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Emil Nolde: Mein Leben
Autobiografie des Malers
Emil Nolde (1867–1956)
Mit einem Nachwort von Martin Urban
DuMont Buchverlag, Köln
📖 Inhalt & Beschreibung
Die Autobiografie von Emil Nolde, einem der bedeutendsten deutschen Maler des Expressionismus. In seinem Lebensbericht schildert Nolde nicht nur seine künstlerische Entwicklung, sondern auch die dramatischen Erfahrungen während der NS-Zeit, als seine Werke als „entartet" verfemt und beschlagnahmt wurden. Das Buch enthält ein Nachwort von Martin Urban, dem führenden Nolde-Forscher und Verfasser des Standard-Werkverzeichnisses.
🎨 Emil Nolde (1867–1956)
Emil Nolde (geboren als Hans Emil Hansen) war einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus:
- 1867 Geboren in Nolde (heute Teil von Burkal), Schleswig
- 1888–1892 Lehre als Möbelschnitzer und Zeichenlehrer
- 1892–1898 Unterricht an der Gewerbeschule St. Gallen
- 1898–1900 Privater Kunstunterricht in München und Paris
- 1902 Heirat mit Ada Vilstrup
- 1906–1907 Mitglied der Brücke
- 1913–1914 Südseereise (Neuguinea)
- 1927 Umzug nach Seebüll (heute Nolde-Stiftung)
- 1941–1945 Ächtung und Berufsverbot durch die Nazis
- 1956 Gestorben in Seebüll
📚 Die vier Teile der Autobiografie
1. Das eigene Leben (1867–1902)
- Kindheit als Bauernsohn in Schleswig
- Ausbildung zum Schnitzer und Zeichenlehrer
- Erste künstlerische Versuche
- Heirat und Umzug nach Berlin
2. Jahre der Kämpfe (1902–1914)
- Mitgliedschaft bei „Die Brücke"
- Konflikt mit der Kunstwelt
- Erste Erfolge und Anerkennung
- Südseereise und exotische Motive
3. Welt und Heimat (1913–1918)
- Die berühmte Südseereise
- Eindrücke aus Neuguinea
- Rückkehr nach Deutschland
- Erster Weltkrieg
4. Reisen, Ächtung, Befreiung (1919–1946)
- Umzug nach Seebüll
- NS-Zeit: Berufsverbot, Beschlagnahme
- Malen „in der Versenkung"
- „Entartete Kunst" (1937)
- Nachkriegszeit und Rehabilitation
Die NS-Zeit: Ächtung und Verfolgung
1937: „Entartete Kunst"
- 1052 Werke aus Museen beschlagnahmt
- 826 davon Nolde-Bilder
- Teil der Ausstellung „Entartete Kunst" in München
- Berufsverbot, Malverbot
„Unpainterly Painting" (Malen im Verborgenen)
- Nolde malte trotz Verbot weiter
- Über 1000 kleine Aquarelle („Unpainterly Painting")
- Versteckt vor den Behörden
- Zeugnis von künstlerischer Integrität
🖌️ Noldes Kunst
Stil
- Intensive Farben (Goldgelb, Kadmiumrot, Kobaltblau)
- Großflächige Farbflächen
- Religiöse Bilder (Letztes Abendmahl, Kreuzigung)
- Blumenbilder (Rosen, Mohn)
- Meer und Landschaft (Marsch, See)
- Primitive und Exotik (Südsee)
Wichtige Werke
- Das letzte Abendmahl (1909)
- Der Prophet (1912)
- Große Sonnenblumen (1928)
- Mohn (Serie)
- Pharisäer (Serie)
- Südseebilder
👤 Martin Urban
Martin Urban (* 1929) ist der führende Nolde-Forscher:
- Werkverzeichnis: Emil Nolde. Werkverzeichnis der Gemälde (2 Bände, 1987/1990)
- Standardwerk: Das umfassendste Werkverzeichnis Noldes
- Auflage: 1366 Gemälde dokumentiert
- Bedeutung: Grundlage für alle Nolde-Forschung
Nolde-Stiftung Seebüll
Die Nolde-Stiftung Seebüll verwaltet das künstlerische Erbe:
- Standort: Seebüll, Schleswig-Holstein
- Museum: Ausstellungsräume im ehemaligen Wohnhaus
- Sammlung: Gemälde, Aquarelle, Druckgrafik
- Garten: Der berühmte Blumengarten Noldes
- Stempel: Auf dem Buch (vermutlich Stiftungsbibliothek)
Kritik und Kontroverse
NS-Mitgliedschaft
Nolde war Mitglied der NSDAP (ab 1933), wurde aber dennoch als „entartet" verfolgt. Diese Ambivalenz:
- Sympathie für das „deutsche Volkstum"
- Antisemitische Äußerungen in Briefen
- Dennoch: Ächtung durch das Regime
- Nach 1945: Selbstmythologisierung als Opfer
Moderne Rezeption
- 2019: Aussetzung des Nolde-Preises
- 2020: Neuausstellung im Hamburger Bahnhof mit kontextualisierenden Texten
- Debatte um Trennung von Werk und Person
Zitat
„Die Farbe ist die Stärke, die eigentliche Sache."
— Emil Nolde
📍 Standort in der Bibliothek
| ID | BK-0152 |
| Lagerfach | A7 |
| Erfasst am | 2026-04-18 |
Recherchiert via Perplexity | 2026-04-18
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