badt-kurt_wissenschaftslehre

Eine Wissenschaftslehre der Kunstgeschichte
Kurt Badt (1890–1973)
DuMont Schauberg, Köln (1971)
📖 Inhalt & Beschreibung
Eines der bedeutendsten deutschsprachigen Werke zur Wissenschaftstheorie und Methodologie der Kunstgeschichte. Kurt Badt, einer der wichtigsten Kunsthistoriker des 20. Jahrhunderts, legt hier eine umfassende Wissenschaftslehre vor, die die Grundlagen, Methoden und Ziele der Kunstgeschichtswissenschaft reflektiert.
👤 Kurt Badt (1890–1973)
Kurt Badt war ein bedeutender deutscher Kunsthistoriker und Kunsttheoretiker:
- 1890 Geboren
- Studium: Kunstgeschichte, Philosophie, Archäologie
- Schwerpunkt: Französische und italienische Malerei
- Wichtige Werke:
- Die Farbenlehre Van Goghs (1961)
- Die Kunst des Nicolas Poussin (1969)
- Das Spätwerk Cézannes (1971)
- Ernst Barlach, der Bildhauer (1971)
- Eine Wissenschaftslehre der Kunstgeschichte (1971)
- 1973 Gestorben
Wissenschaftlicher Ansatz
Badt verband kunsthistorische Detailanalyse mit philosophischer Reflexion:
- Phänomenologische Methode
- Hermeneutische Interpretation
- Ästhetische Theoriebildung
- Kritik der formalistischen Methoden
📚 Inhalt des Buches
Theoretische Grundlagen
Badt behandelt zentrale Fragen der Kunstgeschichtswissenschaft:
| Thema | Inhalt |
|---|---|
| Gegenstand | Was ist das Kunstwerk? |
| Methode | Wie interpretiert man Kunst? |
| Erkenntnis | Wie gewinnt man kunsthistorisches Wissen? |
| Geschichte | Was ist Kunstgeschichte? |
| Wahrheit | Wie ist kunstgeschichtliche Aussage möglich? |
Kritik und Position
Badt positioniert sich gegen:
- Hans Sedlmayr: Kritik der „strukturanalytischen Methode"
- Formalismus: Reine Formanalyse ohne Inhalt
- Soziologische Reduktion: Kunst als bloßes Produkt gesellschaftlicher Verhältnisse
- Psychologische Reduktion: Kunst als Ausdruck des Künstler-Subjekts
Positive Position
- Kunstwerk als ästhetisches Phänomen
- Hermeneutische Auslegung
- Wahrnehmungsanalyse
- Historische Kontextualisierung
DuMont Schauberg
Der DuMont Schauberg Verlag (Köln) war einer der bedeutendsten deutschen Verlage für:
- Kunstbücher
- Kunstgeschichte
- Kunsttheorie
- Kulturwissenschaft
Bedeutung für die Kunstgeschichte
- Publikation wichtiger Standardwerke
- Förderung der kunstwissenschaftlichen Diskussion
- Verbindung von Wissenschaft und Öffentlichkeit
Die Kunstgeschichte als Wissenschaft
Badts These
Badt verteidigt die Eigenständigkeit der Kunstgeschichte:
- Nicht Reduktion auf andere Wissenschaften (Soziologie, Psychologie)
- Nicht bloße Hilfswissenschaft für Historie
- Eigene Methodik der ästhetischen Erfahrung
- Spezifischer Erkenntnisgegenstand: Das Kunstwerk als ästhetisches Phänomen
Methodenreflexion
| Methode | Badts Position |
|---|---|
| Ikonographie | Notwendig, aber nicht hinreichend |
| Formalismus | Reduktionistisch |
| Stilgeschichte | Wichtig, aber zu ergänzen |
| Soziologie | Kontext, nicht Substanz |
| Hermeneutik | Grundlegende Methode |
Rezeption
Bedeutung
- Standardwerk für die Methodologie der Kunstgeschichte
- Grundlagentext für kunstgeschichtliches Studium
- Referenzwerk für Theoriediskussionen
- Bis heute aktuell (Neuauflagen)
Kritik
- Traditionell: Keine Auseinandersetzung mit poststrukturalistischen Theorien
- Phänomenologisch: Manchmal als zu spekulativ kritisiert
- Kunstwerkzentriert: Weniger Interesse an Kontexten
Einfluss
Badts Werk beeinflusste:
- Lorenz Dittmann (Schüler und Herausgeber)
- Hermeneutische Kunstgeschichte
- Ästhetische Theoriebildung
Zusammenhang mit Badts anderen Werken
Die „Wissenschaftslehre" steht in Verbindung mit:
- Cézanne-Monografie (Ästhetische Analyse)
- Van Gogh-Studie (Farbenlehre)
- Poussin-Werk (Interpretation klassischer Malerei)
- Delacroix-Buch (Romantische Malerei)
Alle diese Werke demonstrieren Badts methodischen Ansatz in der Praxis.
📍 Standort in der Bibliothek
| ID | BK-0156 |
| Lagerfach | A7 |
| Erfasst am | 2026-04-18 |
Recherchiert via Perplexity | 2026-04-18
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