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Kultur und Kunst in der DDR seit 1970
Herausgegeben von Hubertus Gaßner und Eckhart Gillen
Anabas-Verlag, Lahn-Gießen (1977)
ISBN 3-87038-045-4
📖 Inhalt & Beschreibung
Ein Standardwerk zur Kunst- und Kulturgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ab dem Jahr 1970. Der Sammelband analysiert die Entwicklung der bildenden Kunst, Literatur und Kulturpolitik in der DDR während der Honecker-Ära.
🎨 Die DDR-Kunst nach 1970
Historischer Kontext
- 1971 Erich Honecker übernimmt die Macht von Walter Ulbricht
- „Keine Tabus“ – Honeckers berühmte Aussage zur Kunst (1971)
- Liberalisierung der Kulturpolitik in den frühen 1970er Jahren
- Verschärfung ab Ende der 1970er Jahre (Biermann-Ausbürgerung 1976)
Kunstpolitische Phasen
| Phase | Jahre | Charakteristik |
|---|---|---|
| Liberalisierung | 1971–1976 | Öffnung, Experimente, „Keine Tabus“ |
| Verschärfung | 1976–1980 | Biermann-Affäre, Repressionen |
| Stagnation | 1980er | Konservatismus, Ausreisebewegung |
| Aufbruch | 1989–1990 | Wende, Revolution, Auflösung |
📚 Inhalt des Buches
Themenbereiche
- Bildende Kunst – Malerei, Grafik, Skulptur
- Literatur – Lyrik, Prosa, Drama
- Musik – Klassik, Neue Musik, Rock
- Kulturpolitik – SED-Vorgaben, Zensur, Förderung
- Kunstsystem – Akademien, Verbände, Galerien
Analyse
- Die Rolle der SED in der Kultur
- Der Verband Bildender Künstler (VBK)
- Auftragskunst und Staatsaufträge
- Underground und alternative Szene
- Ausreise und Ausbürgerung von Künstlern
👤 Eckhart Gillen
Eckhart Gillen (* 1946) ist ein deutscher Kunsthistoriker:
- Spezialgebiet: Kunst der DDR und deutsch-deutsche Kunstbeziehungen
- Kurator: Zahlreiche Ausstellungen zur DDR-Kunst
- Publikationen: Standardwerke zur Kunstgeschichte der DDR
- Position: Professor, Kurator, Autor
Weitere Werke
- Kunst in der DDR (1990)
- Das Kunstkombinat DDR (2005)
- Feindliche Brüder? Der Kalte Krieg und die deutsche Kunst 1945–1990 (2009)
👤 Hubertus Gaßner
Hubertus Gaßner ist ein deutscher Kunsthistoriker mit Schwerpunkt auf Kunst der DDR und Osteuropas.
Anabas-Verlag
Der Anabas-Verlag (Lahn-Gießen) war ein Spezialverlag für:
- Kunstgeschichte
- Kulturwissenschaft
- DDR-Studien
- Osteuropaforschung
📖 Das Buch
Besondere Merkmale
- Erste umfassende Analyse der DDR-Kunst nach 1970
- Wissenschaftliche Essays von Experten
- Dokumentation der Kulturpolitik
- Quellenmaterial und Interviews
Bedeutung
- Standardwerk für DDR-Kunstforschung
- Grundlage für spätere Studien
- Zeitdokument der 1970er Jahre
- Unentbehrlich für Sammler und Forscher
DDR-Künstler der Zeit
Bekannte Namen
- Werner Tübke – Historienmalerei
- Bernhard Heisig – Expressionistische Malerei
- Wolfgang Mattheuer – Kritischer Realismus
- Willi Sitte – Präsident der Akademie der Künste
- Gerhard Richter – Ausgereist 1961 (West)
- Eugene de Kermadec – Abstraktion
- A.R. Penck – Underground, Ausgereist 1980
Kunstthemen
- Arbeiterbilder – Idealisierung der Arbeit
- Historienmalerei – Revolution, Arbeiterbewegung
- Landschaft – Heimat, Natur
- Porträt – Funktionäre, Arbeiterhelden
- Abstraktion – umstritten, teilweise verboten
Zitat
„Wenn man von der Widersprüchlichkeit der Kulturpolitik in der DDR spricht, meint man vor allem den Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit."
— Aus dem Vorwort
📍 Standort in der Bibliothek
| ID | BK-0145 |
| Lagerfach | A7 |
| Erfasst am | 2026-04-18 |
Recherchiert via Perplexity | 2026-04-18
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